Mittwoch, 21. Januar 2009

Annäherung an die Idee der Aufklärung

SAPERE AUDE! - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Daniel Chodowiecki, "Aufklärung"


Verschiedene Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg

Zur Person
Georg Christoph Lichtenberg war Professor für Mathematik, Physik
und Astronomie an der Universität in Göttingen. In seinen Experimenten verließ er sich nicht auf Lehrbücher, sondern spürte selbst in der Natur nach. Dieser Skeptzismus im Sinne des Selbstdenkens und der Selbsttätigkeit zeichnete ihn aus. Zudem war er ein bekannter Schriftsteller und gilt als Erfinder des Aphorismus. Dies verdankt er vorallem den "Sudelbüchern" (Notizbücher, in denen er seine Einfälle, Gedanken, Beobachtungen und Erkenntnisse niederschrieb). Auch die folgenden Aphorismen sind den "Sudelbüchern" entnommen.


Aphorismen

1. Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Aufruf zur Veränderung



2.Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen.


Man kann nie die Wahrheit sagen, ohne dass man
jemandem schadet



3. Wenn er seinen Verstand gebrauchen sollte, so war es ihm, als wenn jemand, der beständig seine rechte Hand gebraucht hat, etwas mit den linken tun soll.


Es ist ungewohnt und schwierig den Verstand zu
gebrauchen.



4.Dass die Menschen so oft falsche Urteile fällen, rührt gewiss nicht allein aus einem Mangel an Einsicht und Ideen her, sondern hauptsächlich davon, dass sie nicht jeden Punkt im Satz unter das Mikroskop bringen und bedenken.


Die Menschen nehmen alles so hin, wie es ihnen
aufgetischt wird, ohne darüber nachzudenken oder es zu
hinterfragen.




5.Der Mann hatte so viel Verstand, dass er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.


Wer zu viel Verstand hat passt nicht zum Rest
der Gesellschaft.



6.Kein Fürst wird jemand den Wert eines Mannes durch seine Gunst bestimmen, denn es ist ein Schluss, der nicht auf eine einzige Erfahrung etwa gegründet ist, dass ein Regent meistens ein schlechter Mann ist. Der in Frankreich backt Pasteten und betrügt ehrliche Mägden, der König von Spanien haut unter Pauken und Trompeten Hasen in Stücke, der letzte König in Polen, der Kurfürst von Sachsen war, schoss seinem Hofnarren mit dem Blasrohr nach dem Arsch, der Fürst von Löwenstein beklagt bei einem großen Brand nichts, als seinen Sattel, [...]; die meisten übrigen Beherrscher dieser Welt sind Tambours, Fouriers, Jäger. Und dieses sind die Obersten unter den Menschen; wie kann es denn in der Welt nur erträglich hergehen?


Nicht einmal mehr der Adel gebraucht seinen
Verstand, regieren aber das Land.






Eigene Meinung
Louisa & Lisa:
Uns gefällt Aphorismus Nummer 4 am besten, weil es heute teilweise immernoch so ist, dass Menschen Sachen so hinnehmen ohne sie zu hinterfragen oder darüber nachzudenken.Dabei ist es heutzutage "erlaubt" und erforderlich seinen Verstand zu gebrauchen.



Vanessa:
Mich persönlich spricht der Aphorismus Nummer 3 am meisten an, da ich den vergleich zwischen Verstand benutzen und einem Rechtshänder, der seine linke Hand nicht zu benutzen weiß, sehr passend finde und durch diese Verbildlichung bekommt man ein eigenes Bild davon, wie es damals (und auch heute noch) war.






Grundgedanken der Aufklärung

Erlaubnis zur/zum
- Veränderung
- Wahrheit
- Verstand
- Hinterfragen
- Interesse

Beschreibung des Bildes "Aufklärung" von Daniel Chodowiecki







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